Déjà-vu

Wieder einmal eine couragierte und spielerisch ansehnliche Leistung, wieder einmal ein deutliches Chancenplus gegenüber dem Gegner, wieder einmal drei wichtige Punkte in der Fremde gelassen. Die Ursachenforschung ist schnell abgeschlossen: wieder einmal konnte die notwendige physische und mentale Spannung nicht zu Beginn, sondern erst im Laufe der ersten Halbzeit aufgebaut werden. Das Resultat war eine verschlafene Anfangsphase mit zwei vermeidbaren Gegentoren und einem null zu zwei Rückstand nach 15 Minuten.

In der Folge konnten sich die Brambacher sammeln, zeigten die richtige Reaktion und nahmen die Zweikämpfe sowie das Tempo der Partie an. Ergebnis der Leistungssteigerung: der verdiente Anschluss durch den stark aufspielenden Tony Heise in Minute 32. Mit viel Euphorie und dem unbedingten Willen, das Spiel zu drehen, ging es aus der Kabine. Mit viel Zug zum Tor erspielte sich die Gastmannschaft mehrere gute Tormöglichkeiten, schaffte es aber nicht, sich für den hohen Aufwand zu belohnen.

Dies änderte sich in Spielminute 70.  Die erfolgreiche Krönung eines guten Erlbacher Angriffs vereitelte Brambachs Libero Wunderlich mit einer sauberen Last-Minute-Grätsche. Die Belohnung folgte prompt in Form eines äußerst fragwürdigen Elfmeterpfiffs durch den Schiedsrichter, den selbst der vermeintlich Gefoulte nicht nachvollziehen konnte. Dieser zeigte sich jedoch als äußerst fairer Sportsmann und verwandelte den Strafstoß pflichtbewusst zum Zwischenstand von 1:3.

Dem neuerlichen Rückschlag zum Trotz ergab sich das Team des SSV nicht seinem Schicksal. Die Spieler rückten zusammen, traten als Einheit auf und schafften nur 4 Minuten später den erneuten Anschluss durch Tony Heise. Die heiße Schlussviertelstunde überstand der Gastgeber dann schadlos, weil es die Brambacher nicht schafften, eine der vielen Standardsituationen in Zählbares umzumünzen. Auch zahlreiche gute Angriffe wurden nicht konsequent zu Ende gespielt oder leichtfertig vergeben. Somit bleibt unterm Strich eine über weite Phasen sehr gute spielerische Leistung, die aufgrund mangelnder Chancenverwertung nicht das gerechte Unentschieden, sondern eine bittere Niederlage als Schlusspunkt setzt.